18. April 2017

Venedig, bedrohte Schönheit



Die Saison der Grandi Navi, der großen Schiffe, hat wieder begonnen. Gestern gab es ein Memento Mori in der Glotze, das wieder einmal eine Gelegenheit bietet, das Problem zumindest zur Kenntnis zu nehmen. Auch wenn die Vetreterin der Stadt natürlich hinter den Forderungen der Bürgerinitiativen NoGrandiNavi zurückbleibt. 


ZDF, 17.4.2017 19:15 Uhr



Ich weiss nicht, wie lange dieser beeindruckende Kurzfilm noch in der Mediathek des ZDF zu sehen wird. Falls der Link nicht mehr funktioniert,tut mir das leid...

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Hinweis per Kommentarfunktion (siehe unten) des Korrespondenten CH (herzlichen Dank!) auf eine weitere Sendung zum Thema, die einen Tag später auf ARTE lief und noch in der Mediathek steht:





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14. April 2017

Tipps für Biennale-Debütant*innen

2011, Pavillon Italien

In den letzten Tagen habe ich die VORSCHAU-Einträge für die Kunstbiennale weiter ergänzt, in 4 Wochen startet die Bescherung. Fast täglich gibt es noch Ergänzungen beim 4. Eintrag, vermutlich auch weiterhin. Viel Vergnügen ab dem 13 Mai allerseits!

13.1. Erster Blick zur Biennale 2017 - Giardini
15.1. Erster Blick zur Biennale 2017 - Arsenale
24.2. Biennale 2017 - Nationalpavillons in der Stadt
10.3. Biennale 2017 - Nebenausstellungen in der Stadt


Hier will ich noch die inhaltlichen und lokalen Unterschiede dieser Ausstellungen sortieren. Für Erstbesucher*innen sind sie verwirrend und für Einmalbesucher*innen bleiben sie vermutlich ein Rätsel. Für den Kunstgenuss muss man das nicht durchblicken, aber ein bisschen Strukturverständnis gibt ein bisschen Orientierung. 


2015, vor der Zentralausstellung " World's Futures", Giardini

Zentrale Ausstellungsorte sind Giardini und Arsenale. Das ist der kostenpflichtige Bereich. Die normale 25 €-Karte gilt für 2 Tage, je einen Eintritt in die beiden Gelände. Die beiden Besuche müssen nicht an aufeinander folgenden Tagen stattfinden. In jeweils 8 Stunden schafft man es ganz gut einen Überblick zu gewinnen. Man kann die Karten online kaufen, aber es gibt vor beiden Bereichen genügend Boxoffices. Die Laufzeit des Tickets beginnt nicht beim Kauf, sondern beim ersten Einchecken in einen der beiden Ausstellungsbereiche. 



Aussschnitt aus "Dove vai in vacanza?" von Alberto Sordi 

Inhaltlich ist die Ausstellung in beiden Bereichen geteilt in die Präsentationen der Nationen, Pavillons (padiglioni) genannt, und die zentrale Ausstellung "Viva Arte Viva" der Biennalekurator*in, in diesem Jahr Christine Macel
Die nationalen Ausstellungen werden inhaltlich unabhängig von der Biennaledirektion von den Ländern verantwortet und kuratiert. Die Länder stellen ihr jeweiliges Konzept formal der Biennaledirektion vor; die Länderkurator*innen orientieren sich am Biennalethema nur dann, wenn sie das wünschen. 

In den Giardini sind die 29 Pavillons beachtenswerte architektonische und auch architekturhistorisch bedeutende Selbstdarstellungen der jeweiligen Länder, erbaut zwischen 1907 und 1995. Im Arsenale sind die Nationalpräsentationen untergebracht in der zunehmenden Zahl von alten Gebäuden der Staatswerft, die in den letzten 30 Jahren langsam restauriert/renoviert wurden: den Artiglerie, verschiedenen Tese, im Isolotto, in den Sale d'Armi und den Giaggandre, sowie im Giardino delle Vergini
Plan des Arsenale: dunkelgrau markiert ist der kostenpflichtige Biennale-Bereich, Eingang ganz oben rechts. In der unteren Hälfte restaurierte Gebäude des Arsenale Novissimo, in dessen Tese (numeriert) Nebenausstellungen stattfinden (können), ebenso im Giardino Thetis.
Die Hauptausstellung in den Giardini ist immer platziert im Zentralpavillon (und in diesem Jahr entsprechend dem Konzept Christine Macels auch in Trans-Pavillons, siehe Link oben). 
Der Teil der Hauptausstellung im Arsenale befindet sich in den Cordiglerie, auch Tana genannt, der ehemaligen Reeperbahn der Riesenschiffswerft der Republik Venedig. Funktionsgemäß ein endlos langer Schlauch, der unterteilt ist in die Bereiche der eingeladenen Ausstellenden. 


2011, Arsenale, Tana (Cordiglerie)

Zum ersten Mal gibt es auf der Website der Biennale eine Präsentation der zur Hauptausstellung eingeladenen 120 Künstler*innen, die einen Kurzfilm über sich selbst einzureichen aufgerufen wurden. Zu finden im Mediacenter der Biennale.
Schöne Idee, ohne gezielte Auswahl greife ich ein Beispiel heraus:



Nicht alle Nationen finden Platz in den Giardini und im Arsenale und weichen deshalb in die Stadt und sogar auf Inseln aus. Siehe Blogeintrag dazu

Darüber hinaus gibt es in der Stadt die offiziellen Nebenausstellungen, 'eventi collaterali', 'collateral events'. Sie sind als "offiziell" geadelt per Antrag + Genehmigung durch die Biennaledirektion, stehen auf der kollateralen Liste der Biennale und (wenn rechtzeitig angemeldet) in weiteren Veröffentlichungen und haben das Recht, das Biennalelogo zu führen und groß als Schild vor ihre Tür auf die Straße zu stellen. Das ehrt nicht nur, sondern bringt marketingtechnisch eine Menge für die Veranstalter*innen und Künstler*innen der Nebenausstellungen. Man stellt ja in Venedig aus, weil man von der Kunst lebt. 

Der Eintritt in den Nationalausstellungen und offiziellen Nebenausstellungen außerhalb von Giardini und Arsenale ist grundsätzlich frei. Davon profitiert, wer nur kurz in der Stadt ist und quasi en passant ein paar kleinere Ausstellungen von Gegenwartskunst mitnehmen will, oder wer kein Interesse an ganzen 2 Tagen Gegenwartskunst in Giardini und Arsenal hat, aber trotzdem Lust auf Biennalefeeling. 


2015. Nationalpavillon Luxemburg, Ca' del Duca am Canal Grande

Toll sind diese Ausstellungen auch für Kunstliebhaber*innen, die unwiederholbare Kombinationen von Kunst und Ausstellungsraum genießen, teilsweise mit Werken, die eigens für einen bestimmten Raum eines Palazzo, einer Kirche, eines Kreuzgangs, einer Werft... konzipiert wurden. Und natürlich profitieren die Venedig-Appassionati von der temporären Öffnung dieser Gebäude für das Kunstpublikum. 

Das trifft auch auf die NICHT offiziellen Ausstellungen zu, die ich im Eintrag Nebenausstellungen in der Stadt NICHT von den offiziellen trenne. Im Prinzip und theoretisch kann im Bereich der Nichtoffiziellen jede*r ausstellen -  einen Ausstellungsraum finden und mieten, Exponate transportieren (Wasser!), versichern, instalieren etc., eine*n Studierende*n für 6 Tage/Woche reinsetzen und bezahlen. Das geht in der Praxis jedoch nicht ohne die Unterstützung venezianischer  Agenturen (ein Beispiel), die als Rundum-Dienstleister aktiv sind, auch für Einzelausstellungen. In Venedig vertreten sind auch Sammelaussteller, die Galerien und Künstler*innen die Teilnahme gegen Kostenbeteiligung anbieten. Im Internet kann man die Bemühungen um Fundraising (hier 43.000 $) verfolgen, um der "Einladung" zur Teilnahme folgen zu können. Es gibt gescheiterte, aber auch erfolgreiche Beispiele. Sehr detailliert und gut recherchiert beschreibt das Sarah Hyde in ihrem Artikel vom 8.2.17 der artnet news. Aber auch die Finanzierung der Nationalpavillons ist nicht ganz unprekär, lies Interview mit einer der beiden Ausstellenden des österreichischen Pavillons, Brigitte Kowanz, vom 18.4. 

Und natürlich nehmen die Galerien in der Stadt die Anwesenheit massenhafter internationaler Kunstfreund*innen zum Anlass, Sonderausstellungen einzurichten, wenn sie nicht sowieso schon Gastgeber von Nebenausstellungen sind. Das ist dann legitimes Trittbrettfahren.


2013, Pavillon Großbritannien
Noch ein paar kleine Tipps für Biennale-Debütant*innen:

  • Für den Besuch in Giardini und Arsenale Lebensmittel einpacken: Obst, fertige Sandwiches, Riegel u.ä., Wasserflasche.
    Die Versorgung innerhalb der Biennale ist teuer und die Schlangen beim Verkauf teilweise richtig lang. Sich für einen Espresso anstellen und ihn auf einer der Terrassen geniessen kann man trotzdem noch.
  • Nicht aus Sparsamkeitsgründen auf die Nutzung von Vaporetti verzichten. Das Latschen in den Ausstellungen und von einem Ausstellungsort zum anderen macht Entlastung erforderlich, wo immer sie angeboten wird.
  • Bequemste Schuhe tragen. Nach einem Biennaletag schmerzen die Füsse und Beine ohnehin - für die Kunst muss gelitten werden. Aber nicht durch falsches Schuhwerk.
  • Nicht vergessen: Fotoapparat, Notizheft/Stift und eine Stoffumhängetasche für das viele Informationsmaterial, das in den Ausstellungen angeboten wird. Und Schießgummis für aufgerollte Posters. 
  • In Venedig immer empfehlenswert: Sonnenhut. Man kann in der Stadt nicht wählen, im Schatten zu gehen, wenn das Kanalufer nun mal in der Sonne liegt. 
  • Ein Blick auf den "Toiletteneintrag" kann nicht schaden. Oder zumindest auf die neueste Ergänzung: "Find the restroom closest to you". Hilfreich!
  • Für alle, aber besonders Biennale-Erstlinge, ist in Fragen der Übersicht die Mai-Ausgabe der Monatszeitschrift VENEWS eine gute Hilfe. Sie enthält zu jeder Biennale die Beilage "THE BAG" mit mehreren Plänen zu den Ausstellungen in der Stadt und auf den Inseln. Abgesehen von Kurzbeschreibungen aller Nationenpavillons, Interviews etc. und natürlich Unmengen Werbung. (Was den Preis für Endverbraucher*innen niedrig hält.) Wenn die Hefte an zentralen Kiosken beizeiten vergriffen sind, bekommt man sie dezentral, z. B. auf der Giudecca, problemlos. 

Und für Unentschlossene:

Durch Kontakte über diesen Blog erfahre ich von Venedigtourist*
innen, die zögern, die Kunstbiennale zu besuchen, weil sie "nichts von Kunst verstehen". Oder klassische Kunst in Museen und Kirchen bewundern, aber von Gegenwartskunst generell irritiert sind. 

Dazu ist zu sagen: Versuch macht kluch. 

Wer glaubt, etwas nicht zu verstehen, muss seinem normalen Menschenverstand eine Chance geben und sich überraschen lassen. Und wo bitte, wenn nicht da, wo die Auswahl am größten ist? Auf der Biennale in Venedig. 
Jede*r erlebt Kunst auf persönliche Weise, nimmt das für sich mit, was sie und ihn berührt. Die Kunst kann dämlich sein und langweilig, sie kann verstören und ärgern, sie kann banal und billig sein, sie kann sehr witzig sein aber auch schockierend, sie kann mitreissen, zum Niederknieen bewegen oder einem dem Atem rauben, sie kann in Einzelfällen auch ohne Foto für immer großartig oder schrecklich im Gedächtnis bleiben. Aber sie ist unverzichtbar. Die Kunstbiennale ist eine gigantische Wundertüte - so etwas lehnt man nicht ab, man probiert es aus. 

Wer nach dieser Erfahrung Lust auf mehr Wissen hat und ein bisschen Zeit investieren kann, findet vielleicht den "Städel Kurs zur Moderne - Kunstgeschichte online" spannend. 


2013, Pavillon USA

Ich biete BEGLEITUNGEN in Venedig zu den National- und Nebenausstellungen in der Stadt an. Nach Wunsch und Absprache. Kurze Kontaktaufnahme bitte per Klick auf "Begleitung in Venedig", Ecke rechts ganz oben.


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12. April 2017

Vorbei: Mondrian Glass Tea House



Gestern machte mich eine Korrespondentin (danke nochmals, B.!) darauf aufmerksam, dass das Mondrian Glass Tea House auf dem Gelände der Fondazione Cini auf S. Giorgio Maggiore über den Winter abgebaut wurde.

Ach wie schade. 
3 Jahre lang habe ich jede Gelegenheit für einen kleinen Besuch und eine kontemplative halbe Stunde in dieser Oase genutzt, habe Menschen hinein begleitet und in den Kulturkalendern dieses Blogs den Besuch empfohlen. Dabei war die Sache als Nebenausstellung der Architekturbiennale 2014 ursprünglich als kurzzeitiges Event bis Anfang August angekündigt. Ich weiss nicht, wieso 3 Jahre daraus wurden, aber die Installation war ein Gewinn für die Insel S. Giorgio Maggiore und Venedig.


Juni 2014
Untere Hälfte: Terrassencafé, Mondrian Glass Tea House, Borges-Labyrinth
obere Hälfte; Ausstellungsräume Fondanzione Cini und Stanze del Vetro,
Squero (jetzt Auditorio Lo Squero), Sportplatz, Piscina,  D'arsena verde

Angekündigt war die Wiedereröffnung der Anlage am 3.4. nach winterlichen Wartungsarbeiten. Das war dann wohl nix. Das mitgelieferte "Beweisfoto" zeigt, dass möglicherweise an einer neuen Installation gearbeitet wird, was auf den Sommer hoffen lässt.

Seufzend schreibe ich eine Meldung in den aktuellen  Kulturkalender und empfehle die nachträgliche Lektüre des ausführlichen und gut bebilderten Artikels aus 'Designboom' vom 4.6.2014.  

April 2017  (C) B.W.
(jahreszeitlich gut zu sehen in der Mitte des Bildes:
Auditorium Lo Squero)


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31. März 2017

Noch eine venezianische Restaurierung





Es geht in diesem 35-Minuten-Film um die Restaurierung des Palazzo Papadópoli am Canal Grande. Ich fand ihn zufällig bei einer Recherche und da wir uns gerade über die schöne Restaurierung des Teatro Italia freuen, ist er sicher ein Genuss für Venedig-Appassionati - italienischer Text, englische Untertitel egal - allein schon die Aufnahmen von den Arbeiten sind hoch beeindruckend.
Der Film wurde veröffentlicht von der ausführenden Firma Dottor Group, damit ist keine Werbung auf diesem werbefreien Blog beabsichtigt, auch nicht für das Hotel, das seit der Restaurierung dort seinen Sitz hat. Beides gehört zur Information. Wir wissen, in Venedig wird restauriert mit der Absicht, Geld zu verdienen. Ausnahmen davon sind die Stiftungen (aufgelistet im Eintrag zum 50. Jahrestag des Hochwassers von 1966).

Ich konnte das Haus komplett besichtigen während der Kunstbiennale 2011, die Ausstellungen des Future Generation Art Prize belegten alle Räume vom Androne bis in die Bibliothek und die Nebenräume im obersten Geschoß. Direkt anschließend begannen die Restaurationsarbeiten. Heute kann jeder in diesem Haus übernachten, sofern er/sie über ein angemessen stattliches Budget verfügt. 

Zu Beginn des Films spricht der Eigentümer des Palazzo, Giberto Arrivabene, von einem Gemälde Paolo Veroneses, der "Madonna der Familien Coccina", das in der Gemäldegalerie in Dresden hängt. In der rechten Ecke unteren Ecke ist der Palazzo zu sehen, um den es hier geht.  

Ein spannender Einblick in das Innenleben einer venezianischen Baustelle, die Details der Arbeit der Restaurierungsspezia-
list*innen von den Ledertapeten, Fresken und Gemälden über Muranoglaslüster bis hin zu den Terrazzoböden und dem Dach. So geht das also - faszinierend zuzugucken.



Die Bloggerin im Glanz des unrestaurierten Palazzo 2011

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28. März 2017

Venedig Fahrpläne 2017 - Wasser und Land


Die Fahrplanänderungen zum Frühlingsbeginn gelten in diesem Jahr wieder ab 1. April. Den Blogeintrag vom 23.3.2016 "Venedig Fahrpläne 2016 Vaporetto - Bus - Tram" ergänze ich jetzt nicht mehr. 

Der neue Jahresfahrplan 2017 wird erst zum Sommerbeginn, also Ende Mai, veröffentlicht. Für die nächsten 2 Monate gelten nur Anpassungen.
Die ab 1. April gültigen 
Vaporettofahrpläne können mit Klick auf "APRI" ("öffne") aufgerufen und auch ausgedruckt werden. Hier die die Anpassungen im Busverkehr auf dem Lido und Pellestrina.


Wichtige Links zum öffentlichen Personennahverkehr: 

Routenplan ausdruckbar, hängt großformatig an jeder Haltestelle aus.

Routenabfrage (von-bis-wann...)
Routenabfrage einer anderen Website, mit sehr übersichtlichen Fahrtstrecken und Haltestellen der Vaporettolinien 

Fahrpreise (aus der Liste wählen und anklicken)

Fahrkartenkauf und (nicht nur) Fahrkartenkauf online

Peoplemover (Piazzale Roma-Kreuzfahrthafen-Tronchettoparkhäuser) 

Buslinien ATVO (der zweite Anbieter von Flughafentransporten, auch nach Treviso) Fahrpläne und Preise 

Alilaguna - der zweite Anbieter im öffentlichen Wasserverkehr. Linien, Fahrpläne, Preise. (Geringfügig teurer. Wegen der Länge der einzelnen Linien empfiehlt sich eine Kombination von ACTV und Alilaguna. Von den Fondamente Nove z. B. dauert die Fahrt mit Alilaguna zum Flughafen Marco Polo nur 1/2 Stunde, von den Zattere 3 mal so lang.)

ACTV Tram (Straßenbahn). Mit Vorsicht zu genießen wegen der relativ häufigen Betriebsstörungen (Unfälle etc.) auf der Brücke zwischen Venedig und dem Festland. Zu Fuss und mit Gepäck (unter Zeitdruck und Wetter...) kann das unerfreulich sein.

Haltestellenplan Busse/Tram Piazzale Roma
Haltestellenplan Vaporetti/Busse Lido, Santa Maria Elisabetta (SME)

Autofähre Tronchetto-Lido (Linie 17 ACTV) auch für Zweiräder
Reservierung online Autofähre Tronchetto-Lido

Buslinien auf dem Festland (noch nicht auf dem Stand 1.4.2017). Für Fahrpläne die Linien einzeln anklicken bitte.

Wasser- und PKW-Taxis
Consorzio Venezia Wassertaxis 
Venice Water Taxis 
Taxi Acqueo mit Tariflisten  
Radiotaxi Venezia e Mestre - Straßentaxis kann man nicht nur am Piazzale Roma nehmen, sondern auch nach Dorsoduro an die Stazione Marittima bestellen (quasi bis zur Brücke nach Dorsoduro bei S. Basilio).
Taxis und das Angebot von Alilaguna sind vor allem unverzichtbar im Verkehr vom und zum Flughafen bei Streiks von ACTV. 




Ab hier folgen aktuelle Ergänzungen, Updates etc. bis Ende März 2018.

1.-29.4. Sonderregelung für die Haltestelle La Certosa: anstelle der Linien 4.1 und 4.2 wird die Insel von 5.1.und 5.2 ganztags bis zum letzten Boot bedient. Danach halten wieder tagsüber die Linien 4 und nach deren Feierabend die Linien 5 an der Certosa. 

4.4. Linie 5.2., Haltestelle Piazzale Roma: nach 21:04 Uhr hält für die Dauer des Frühlingsfahrplanes das Boot am Anleger C. 

13.4. "Fahrradweg" Punta Sabbioni bis Chioggia bzw. der fährenmäßige Transport von Rädern und Fahrer*innen wird ab dem Osterwochenende während der Sommerwochenenden verstärkt. Die Anzahl der jeweils mitgenommenen Räder ist nicht mehr der Freundlichkeit des Kapitäns gedankt, sondern auf 40 erhöht. 





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16. März 2017

Mit Einkaufskarre ins Teatro Italia


Kurz vor Jahresschluss, am 28.12.2016, eröffnete ein neuer Lebensmittelsupermarkt in Venedig und schon wenige Tage später erreichten mich auch die ersten Berichte von Korrespondent*innen (die bekannten Winter-Appassionati!). So begeistert wie überrascht! 

Scheinbar ohne Aufsehen zu erregen (auch nicht meins, als ich im November eine Woche lang täglich den Campiello della Anconetta überquerte) und auch zur Verwunderung von Einwohner*innen wie Bloggerkollegin Cat Bauer  wurde das Teatro Italia in gut einjähriger Arbeit restauriert und konvertiert in einen Despar-Lebensmittelmarkt. Das Gebäude stand jahrelang ungenutzt, zuletzt diente es der Universität Ca' Foscari als Unterrichtsraum.





Das neugotische Juwel, erbaut 1916 (unter Verwendung von Stahlbeton!), ist einer der wenigen Theater- und Kinosääle Italiens, die komplett inklusive aller Innendekorationen erhalten sind. Die vier Eingangsportale und die Kunstschmiedearbeiten der Geländer und Kronleuchter sind von Umberto Bellotto, die Dekoration der Wände und der Decke von Pietro Marussig

Für die Restaurierung verantwortlich zeichnet das Büro Alberto Torsello, das z. B. auch die Scuola Grande della Misericordia so beeindruckend restaurierte. Die vorgeschlagene Zwischendecke in dem hohen Theatersaal genehmigte die Denkmalschutzbehörde nicht, um die Einheit des Gebäudes zu erhalten. Gegen die Nutzung als Supermarkt gab es keine Einwände, auch nicht gegen die mögliche Nutzung der Galerien, die als Mezzanin über dem Zentralraum integriert sind. 

Die Restaurierungsarbeiten von Fassade, Dach und Innenausstattung wurden von der Firma Stetten ausgeführt. Zum Schutz des Gebäudes gehört der Einsatz ökologischer Systeme, die die Kühlung mit der Heizung verbinden und die Luftfeuchtigkeit trotz der vielen Kühl- und Tiefkühleinheiten konstant halten. 

Ich hatte dank meiner winterlichen Venedig-Abstinenz noch nicht das Vernügen, eine Einkaufskarre durch die ganze Pracht zu schieben. Aber wer jetzt seinen/ihren Frühlingsbesuch in Venedig macht, sollte sich das nicht entgehen lassen. Kostenlose Zugabe zum Warenkorb.


Ergänzung 20.3.


Es hat sich hinter den Kulissen dieses Blogs eine Diskusssion über das Fotografieren im Despar-Markt entwickelt. Die ersten Korrespondent*innenberichte, mit wunderbaren Fotos ausgestattet (nochmals vielen Dank!), warnten vor Veröffentlichung der Fotos wegen des Fotoverbots. Große Verbotsschilder seien am Eingang angebracht. Neueste Berichte, siehe unter 'Kommentare' (und ebenfalls mit informativem Fotoanhang), verkündeten dagegen Fotoerlaubnis.


Heute Nacht gab es eine neue Nachricht, die für mich die Fotofrage entscheidet, ich füge sie an dieser Stelle ein:

Hallo Brigitte!
Vielen Dank für den guten Beitrag über das Teatro Italia. Ich war zwar bei meinem Besuch neulich nicht in den chorus-Kirchen. Aber ich habe dreimal im Teatro Italia eingekauft und dabei zweimal fotografiert. Natürlich sind die Ladeneinbauten störend, aber die Restaurierung ist gut und man kann sich alles in Ruhe ansehen und: fotografieren. Alle sehr nett. Seit 30 Jahren wollte ich mir das ansehen: ganz wunderbar. Dieser wunderbare Misch-Masch aus historistischer Architektur und Jugendstil-Fresken, mit allen möglichen sonstigen Einflüssen, ist auch eine Mischung aus Leichtigkeit und Ernst.

In einer Antwort wird darauf hingewiesen, daß man am Ausgang seinen scontrino scannen muß, damit sich die Schranke öffnet. Das stimmt. Es gibt nämlich auch Selbstbedienungs-Kassen und sie wollen es Dieben nicht zu leicht machen. Hat man nichts gekauft, öffnet einem die "security" von Hand die Schranke. Eben jene security sagte mir zudem, daß die Empore wohl auch weiterhin geschlossen bleiben wird. Die Betreiber hätten (bisher) keine Genehmigung für Publikumsverkehr erhalten - warum auch immer.

Ich schicke dir auch einige Fotos, die ich dort gemacht habe. Da bekommst du vielleicht noch einen besseren Eindruck. Einige Fotos sind schief, was daran liegt, daß ich das Fisheye-Objektiv erst seit letztem Jahr habe. Echt schwieriges Teil. Aber irgendwann lerne ich es.
cordiali saluti,
Andreas


Herzlichen Dank für Information und Fotos, ich wage es also jetzt, Fotos einzufügen, für alle auf dieser Seite gilt das (C) Andreas Götz.




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