24. Juli 2017

Noch einmal: Villa Cornaro, Piombino Dese

Quelle: Regione del Veneto 2016

Am 7. September 2007, also vor 10 Jahren, fuhr ich von Venedig nach Piombino Dese, eine kleine Bahnstrecke von der Dauer der Vaporettofahrt von Giudecca Palanca bis Fondamente Nove, um auf Einladung des stolzen Besitzerpaares Sally und Carl Gable die Villa Cornaro, Werk Andrea Palladios, zu besuchen.

Meinen Bericht vom Oktober 2007 kann man hier lesen: 
Villa Cornaro - ein Ausflug aufs Festland.

Der Eindruck war nachhaltig: in der Folge las ich viele Bücher über Andrea Palladio und vor allem seine "Vier Bücher zur Architektur", besuchte diverse Ausstellungen zu Palladio in Venedig und andernorts, pflegte noch einige Jahre den gelegentlichen Mailkontakt mit den Gables aber kehrte nicht mehr nach Piombono Dese zurück. Wollte eigentlich schon, hat sich aber nicht 'ergben'.


Im Februar 2017 fand ich die Villa Corner auf der Webseite von Sotheby's - Preis auf Nachfrage. Da die Gables schon vor 10 Jahren zwar bei bester Gesundheit, aber beide betagt waren, gab es einen nahe liegenden Schreckgedanken. 
Die Widmung in "Palladian Days - Finding a New Life in a Venetian Country House" lautet: 


"For Ashley, Carl and Lisa, Jim and Juli. 
Hoping they will understand why we embarked on this adventure, learn about the Veneto and the Renaissance, and grow confident in their own ability to seize dreams. 
And so they will know where the money went."

Meine Befürchtung hat sich zum Glück nicht bestätigt - nicht die Erben verkaufen das Haus, sondern aus Altersgründen das Besitzerpaar selber. Auf 2 Kontinenten zu leben, ist auch eine Frage der Kondition.

Vor 10 Tagen berichtete die New York Times in einem sachkundigen, lesenswerten Artikel (in Anlehnung an die Website der Gables) über das sensationelle Angebot einer Palladio-Villa: 


wow, inklusive 7 beeindruckenden Fotos (natürlich habe ich bei meinem Besuch der Villa weder im Haus fotografiert, noch die (Schlaf- und Arbeits-)zimmer der oberen Etage gesehen). Nachdem die Sache groß raus ist, kann ich meine Zurückhaltung aufgeben und auch auf die Sensation hinweisen.
Eine Immobilienfirma klinkt sich mit einer Art Schein-Exposé ein, aber die Fotos sind sehenswert (wenn auch ein Foto der Rückseite des Hauses extrem in die Höhe gezogen ist, geklaut bei Guide touristiche Padova). 

In den 10 Jahren seit meinem Besuch der Villa verzichten erstaunlicherweise Reiseführerautor*innen durchgängig weiterhin darauf, auf dieses Juwel aufmerksam zu machen. Es gibt ein paar Tips von/für Tourist*innen online, und die Tourismus-Seite von Padua empfiehlt den Besuch der Villa mit Besuchshinweisen.

Dieses Besuchsangebot beruht auf der Gastfreundlichkeit des Ehepaars Gable, ohne Zaudern und kostenlos seinen Besitz dem interessierten Publikum zugänglich zu machen. Und man wandert nicht nur durch die Räume, die Palladio für die Präsentation konzipierte, sondern auch durch Küche, Bad, Wohn- und Arbeitsräume des Erdgeschosses. Ob das nach dem Verkauf und unter neuen Besitzer*innen noch der Fall sein wird, kann niemand wissen. Wer 45.000.000 € in ein Haus investiert, hat sicher ziemlich exklusive Nutzungsvorstellungen. Realitischerweise würde ich also befürchten, dass man künftig keine Chance mehr hat, die Villa zu besichtigen. 

Also: die möglicherweise letzte Gelegenheit nützen, bis Ende September Samstagnachmittag einen Ausflug nach Piombino Dese machen. (Oder danach telefonisch einen Termin abmachen. Ein junger Mann aus der Nachbarschaft ist zuständig, für vereinbarte Gruppenbesuche die Türen und Fensterläden zu öffnen. Solange das Haus nicht den Besitzer gewechselt hat.) 

Auf der Gable-Webseite finden sich Informationen zu Palladio und seinem Werk.
Auch das Vorbesitzerpaar der Villa, Richard H. und Julia Rush, berichtete sehr lesenwert über "Our Purchase and Restauration of the Villa Cornaro". 




Alle Einträge mit dem Label Palladio


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18. Juli 2017

"Respekt" Kampagne in Venedig


Ein Foto "ohne Massen"
22.6. 2014 5:30 Uhr morgens auf dem Canal Grande

Vor einigen Tagen rief auf Twitter eine venezianische Stadtführerin dazu auf, Fotos hochzuladen, die "Venedig ohne Massen" zeigen. Haha! Netter Versuch! Bis zum Ende dieses Jahres werden in der schönsten Stadt 30 Millionen Besucher*innen erwartet, eine gewisse Panik und irrationale Reaktionen sind nicht verwunderlich. 
In einer Internetgruppe internationaler Venedigwissenschaftler*innen, in der es sonst themenzentriert hergeht, sagte vor 2 Wochen ein venezianischer Professor: "Venedig stirbt nicht - es ist tot." Und eine amerikanische Professorin antwortete: "... es ist nicht tot - sie haben es nur in Disney World Venezia verwandelt. Das ist schlimmer als der Tod, nach meiner Meinung - besonders für die unter Euch, die versuchen, ein Leben in der Stadt zu leben und uns alle, die ihre Geschichte in Ehren halten." 
Auch ich denke, dass Venedig nicht im Wasser der Lagune untergehen wird, sondern in den Veränderungen, die von der gewählten Stadtverwaltungen seit jahrzehnten geduldet werden, und der Gier, mit der rasend ausgebeutet wird, was in anderthalb Jahrtausenden von Menschen aufgebaut wurde.

Ein Teil des Problems ist, dass venezianische Immobilienbesitzer*innen verkaufen oder vermieten als Ferienwohnungen und aufs Festland ziehen, diejenigen ohne Besitz gehen notgedrungen, weil sie die Mieten nicht mehr stemmen können. Der Körper Venedigs ist 1000 Jahre alt, aber die Ressource, die zu seinem Erhalt gebraucht wird, Bürgerinnen und Bürger, versiegt. Wer regelmäßig nach Venedig kommt, sieht dieses Drama mit Entsetzen. Ist das noch die viel zitierte Disneylandifizierung oder muss man es langsam Zombiefizierung nennen? Internationale Medien fangen an, über das Kreuzfahrtschiffethema hinaus das Problem zu benennen, deutschsprachig z. B. die ZEIT am 13.7. "Das nächste Mal Pauschalurlaub". 

Quelle: Extra Communicazione
Eine Werbeinitiative venezianischer Firmen
Auch hier gilt bei aller Liebe: WER SOLL DAS LESEN BTTE?

Naja, ETWAS tut die Stadtverwaltung schon. Sie bemüht sich, die täglich ca. 100.000 Besucher*innen zu angemessenem Verhalten zu erziehen. Seit Jahren durch Werbekampagnen des gleichen Strickmusters, Modell "Venedig gehört auch dir, respektiere sie!". Wir kennen alle die Plakate und Aufkleber im Stadtbild, vor allem im ÖPNV - in den Vaporetti, an den Haltestellen. Leider nicht mit dem gewünschten Erfolg, obwohl die Verhaltensvorschläge einleuchtend sind und eigentlich zum schlichteren Standard höflichen urbanen Benehmens, egal wo, gehören. Ich glaube, dass regelmäßige Besucher*innen und Venedig-Appassionati durchaus über das nötige Problembewusstsein verfügen und Abfall-, ÖPNverkehrs- und Bekleidungsregeln befolgen, keine Tauben füttern, nicht picknicken und schon gar nicht in Kanälen schwimmen, die Stadt nicht beschädigen und nicht bei fliegenden Händlern kaufen. Wenig Erziehungsbedarf, meine ich. 

Aber die "Massen"! Die ohne Vorinformation, ohne weitergehendes Interesse und ahnungslos "einmal im Leben Venedig gesehen" haben wollen, um festzustellen, es sieht genau aus wie auf den Bildern, die jede*r kennt, nur leider vollgestopft, heiß-stickig-verregnet-neblig-windig, und anstrengend. Eine Erfahrung von ein paar Stunden, bestenfalls 1-2 Tagen, überwältigend auf manche Weise, aber zu kurz um die öffentlichen Erziehungsbemühungen wahrzunehmen. Die Bitte um Respekt - hier rein, da raus. Pünktlich zurück zum Bus oder Charterboot ist, was an Regeln zählt.

An die "Massen" ist (war) auch die social media Kampagne dieses Frühlings "#Welcome to Venice" mit immerhin 14 (!) Verhaltensregeln verschwendet. Denn wer sucht im Internet nach "14 Wege, Venedig zu lieben", wenn 6 Tage Europa Rom, Venedig, Wien, München und Paris bedeuten, zum Teil per Bus, mal schnell zwischen dem Flug von und nach China? Was WISSEN und wie DENKEN die Erfinder*innen solcher Werbetexte über ihre Zielgruppe? 

Seit letzter Woche gibt es eine weitere Medienkampagne, die aber neue Register zieht via Soziale Medien, Presse und sogar einer riesigen Projektion am Campanile von S. Marco während der Redentorefeier. "#EnjoyRespectVenezia" sabbelt nicht, sondern zeigt in schlichten Pictogrammen, was in Venedig nicht geduldet wird und nennt die Kosten der Nichtbeachtung. Man darf gespannt sein, ob der Versuch gemacht wird, die Verbote durchzusetzen, und falls ja, wie erfolgreich?
Im Frühling gab es eine Rekrutierungskampagne der venezianischen Polizei, das Personal ist aufgestockt... denn wenn auch diese Kampagne mit Begriffen wie Bewußtseinsbildungs- und Sensibilisierungsmaßnahme (awareness and sensitivity!) verziert wird (bloß nicht die Tourismusindustrie erschrecken!), sie wird exekutiert - oder wieder mal eingestampft.

Was mir gut gefällt an der Website sind die Hinweise im Menü, und besonders der Unterpunkt Stadtplan mit dem Verzeichnis der zugelassenen Beherbungsbetriebe. Damit haben wir als Besucher*innen eine weitere Möglichkeit, bescheidene aber wichtige Verantwortung zu übernehmen. Die Anwendung lädt ein bisschen langsam und ist (mal wieder) nur italienisch, aber mit ihrer Hilfe können Hotels und vor allem Angebote von Ferienwohnungen auf ihre Struktur und Legalität geprüft werden. Damit wird zwar der Wohnungsmarkt für Einheimische nicht verbessert (siehe oben), aber wir können z. B. vermeiden, eine nicht genehmigte Ferienwohnung zu mieten. 




Es wäre zu hoffen, dass an den Flughäfen in Venedig und Treviso, in der Stazione Marittima und im People Mover, im ACTV- und im Alilagunabereich das schlichte Plakat so groß wie möglich präsentiert wird.

Und dass die Comune Venezia künftig weitere Maßnahmen ergreift, die sich WIRKLICH auf die Lebensqualität der Venezianer*innen auswirken. Auf Kosten derer, die bisher von der Ausbeutung der Stadt profitieren. 
Naja. Ein Wunschtraum. 

Quelle: Tweet von Paola Mar, Comune Venezia
16.7.2017


Nachtrag 18.7.:
Auf meinem Twitterkonto finde ich einen Link zu einem Blogeintrag von Italy Heaven (mir bisher unbekannt) von gestern, 17.7.:
"Wie man in Venedig ein 'guter' Tourist ist (und die Stadt genießt, ohne die Einheimischen gegen sich aufzubringen"
Detailliert! Einfühlsam! Lesenswert!


Nachtrag 20.7.:
Der Artikel von Thomas Steinfeld in der SZ vom 18.7. "Italiens Touristenmagneten im Dilemma" steht jetzt online. Sehr lesenswert.

Nachtrag 25.7.:
Nachdem am 23.7. morgens um 6:15 Uhr drei 20jährige Belgier von der Ponte della Costitutione in Wasser sprangen und sich dabei filmen liessen, marschierte die Polizei an und nahm die Jungs fest. Tagesgespräch in der Stadt und allen ihren Medien. Daraufhin wurden heute die Preise der Respektsknöllchen erhöht und folgend veröffentlicht:




Und ganz detailliert auf der Webseite der Comune Venezia.



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11. Juli 2017

Eine Runde um den Campo S. Stefano...

Body and Soul, Palazzo Pisani 

... heißt 5 sehr verschiedene tolle Ausstellungen in 4 interessanten Gebäuden, und die Rede ist nicht von einer schnellen Runde. Aufmerksamkeit will Zeit. 

Nicht zu dieser Runde zählt "Glasstress 2017" im Palazzo Franchetti, einem der beiden Gebäude des Istituto Veneto di Scienze Lettere ed Arti am Campo Santo Stefano. Die Institution wurde während der napoleonischen Zeit gegründet analog der Accademie Francaise, das Gebäude rechts der Accademiabrücke zeigt praktisch immer Kunst- oder Wissenschaftsausstellungen
Aber: ich habe die aktuelle Ausstellung noch nicht gesehen, sondern war in den Eröffnungswochen im Mai nur auf Murano, um die neue Dependance von Glasstress zu besichtigen, bzw. das Projekt "The Unplayed Notes Factory". Leider erfolglos. Ist nur Sa-So-Mo von 13-16 Uhr aktiv, quasi während der mediterranen Mittagspause. Wer kann damit rechnen!? Beide Ausstellungen laufen bis zum Ende der Biennale am 26.11., real also kein Stress...

Darüber hinaus im Palazzo Franchetti und ebenfalls noch nicht gesehen: der Pavillon des Irak mit einem ungewöhnlichen, sehr speziellen Programm, das auch Menschen anzieht, die sich eher weniger für Gegenwartskunst interessieren. "Archaic": 40 Exponate aus dem Nationalmuseum, die großenteils noch nie das Land verlassen haben, werden 8 modernen oder zeitgenössischen Künstler*innen gegenüber gestellt.  Dazu einige Pressestimmen: NY TimesThe GuardianArtDailyInterview mit den Kuratoren der Ausstellung. 

Der Plan des Campo Santo Stefano von J.-C. Rössler zeigt die reusenartig zulaufende Form des Platzes, von der Accademiabrücke Richtung Kirche S. Stefano gesehen, bzw. die Gebäude, die diese Form bestimmen. 


Linda Condes, Extraterrestrial Odyssey, Palazzo Pisani

Der Palazzo Pisani, rechte Seite, heute Sitz des Conservatorio Benedetto Marcello, steht dem Publikum ausschließlich für Musikveranstaltungen (z. B. Eintrag 'Giuseppe hatte Geburtstag') und nationale und kollaterale Biennaleausstellungen (z. B. Eintrag 'Musikturm') offen.

In diesem Jahr gibt es Ausstellungen in den beiden Innenhöfen und im Piano Nobile. In den Innenhöfen sind Linda Condes und David Lismore mit sehr verschiedenen Skulpturen, deren Zusammenhang sich mir nicht erklärt - vielleicht gibt es keinen. Aber es gibt die Gelegenheit, die Innenhöfe zu bewundern und die Brücken, mit deren Hilfe sie sogar auf zwei oberen Etagen überquert werden können.  
 
David Lismore, Lismorial Alien 2, Palazzo Pisani


Die Performances 'Body and Soul' im Piano nobile, eine Biennale-Nebenveranstaltung der Rush Philantropic Foundation, fanden/finden live nur an wenigen Terminen im Mai und September statt. Aber zusätzlich in beeindruckenden Fotoreihen und auf Bildschirmen. Noch beeindruckender (für mich) ist die reiche Dekoration und die Atmosphäre des Portego, vor allem die Fresken von Jacopo Guarana. Sehr sehenswert. Man erreicht den Piano nobile über ein ungewöhnliches Treppenhaus, das durch einen Mezzanin führt. Ich kenne (neben diesem und dem hohen Treppenturm) noch zwei weitere Treppenaufgänge in diesem riesigen Haus, deren Zahl vermutlich auf die Bau- und Umbaugeschichte des Hauses zurückgeht. 

Vom 12.5.-18.6. zeigte in 2 der Seitenräume des Piano nobile die K11 Art Foundation (ohne Biennale-Anbindung) eine Einzelausstellung Lian Yuanweis:  Behind the Curtain. Besonders ihre Projektion alter venezianischer Stoffmuster in kompliziert ausgearbeiteter Ölmalerei gefiel mir sehr. Leider schon vorbei! 

(Das neu eingerichtete Musikmuseum, noch im Aufbau begriffen, kann Mo-Fr 14-16 Uhr besucht werden. Am Empfang des Konservatoriums fragen. Zu sehen sind historische Musikinstrumente und musikgeschichtliche Erklärungen. Bei der Restaurierung der Räume wurden Hinweise darauf gefunden, dass sie einst als Freimaurertempel (Tempel = Versammlungsort) genutzt wurden. Die Studien dazu dauern an.)

Achtung, die Ausstellungen im Palazzo Pisani sind im Gegensatz zu anderen Biennaleveranstaltungen sonntags geschlossen und montags offen!


4 Fotos des selben Kunstwerks
Azerbaijan, Palazzo Lezze

Der Pavillon von Azerbaijan belegt zum wiederholten Mal Erdgeschoss und Piano nobile des Palazzo Lezze. J.-C. Rössler (siehe Plan, Link oben) bescheinigt dem Gebäude "architekturgeschichtlichen Wert", den ich Laiin in den streng renovierten Innenräumen nicht erkenne. Details dazu in Literatur und www finde ich nicht - außer dem Immobilienangebot (Sotheby's) der oberen Etage vom Februar 2017, da gibt es dann allerdings Details und informative Fotos. 

Die azerbaijanische Ausstellung "Unter einer Sonne - die Kunst des Zusammenlebens" gefördert von der Heydar-Aliyev-Stiftung, schlug im Vorfeld ziemliche Wellen, ideologischer moto ondoso sozusagen, des deutsch- und auch englischsprachigen Feuilletons. Kritisiert wurde die Kooperation des Kurators Martin Roth mit der autokratischen Regierung Azerbaijans. Aus meiner Sicht haben da einige Kulturjournalisti die Gelegenheit genutzt, sehr laut zu quaken. Als ob es nicht globale Tagesordnung sei, Kunst politisch einzusetzen, zu bewerten, zu missbrauchen. Dient z. B. der Hirst-Disney-Schwachsinn in den Pinault-Häusern auf seine Weise nicht auch politischen Zwecken? 



Von den vielen Beiträgen zum Thema Martin Roth sind hier einige deutschsprachige Artikel:

Tagesspiegel 3.5. Lernen von Aserbaidschan

BZ 9.5. "Was ich in meinem Leben nicht akzeptiere, sind Redeverbote"

FAZ 11.5. Keine Kunst für England, aber für Aserbaidschan?

Deutschlandfunk 11.5. "Ich stehe ja schon beinahe für diese Art Dialog"

Tagesspiegel 12.5. Aufregung um Aserbaidschan-Pavillon

Deutsche Welle 12.5. Kurator Martin Roth verteidigt Biennale-Auftritt für Aserbaidschan




Der Anspruch, die unterschiedlichsten Azerbaijaner*innen über ihr Leben in ihrer jeweils eigenen Sprache berichten zu lassen, scheint tatsächlich zunächst in der medialen Darstellung des Eingangsbereichs nicht eingelöst zu werden, da man die Texte nur schwer lesen und kaum hören kann. Über alle diese Personen gibt es aber in Piano nobile Filme zu sehen (mit sehr gut lesbaren englischen Untertiteln), so einfach und gleichzeitig fesselnd, dass mir meine Tagesplanung völlig verrutschte. Ich sass und war hingerissen. 
Die weiteren Ausstellungsräume enthalten Musikinstrumente in wunderbarer physischer Komposition. Teilweise unbekannt, oder zumindest ohne Vorstellung ihres Klangs. Zur Ergänzung der optischen Ästhetik hätte es mir gut gefallen, auf ein paar Kopfhörern auch akkustische Kompositionen zu hören. 



Natürlich muss ich davon ausgehen, dass regimekritische Künstler*innen nicht zu denen gehören, die per Biennaleauftritt Förderung durch die Staatskultur genießen. Dass ich hier vermutlich die Werke angepasster Künstler*innen sehe und ziemlich sicher sein kann, dass die Mehrzahl der unangepassten keine Chancen hat. In nicht autokratischen Ländern bestimmt "der Markt" die Chancen von Künstler*innen - weniger rigide? Also freue ich mich am Kunsterlebnis im Pavillon der Azerbaijaner*innen, nehme einen Kaffee auf dem Campo und ziehe ein Haus weiter in die Ausstellung eines Landes, das auf Basis einer anderen Weltanschauung ebenfalls "Staatskultur" betreibt.


Abel Barroso, Kuba, Palazzo Loredan

Kubas "Tiempo de la Intuiciòn" (nicht zu verwechseln mit der Axel Verwoordt-Ausstellung "Intuition" im Palazzo Fortuny!) zeigt 15 überwiegend männliche Künstler und ihre Variationen von berauschender Kreativität im eher gesetzten Bibliotheksambiente des Palazzo Loredan, des zweiten Gebäudes des Istituto Veneto di Scienze Lettere ed Arti am Campo Santo Stefano.

In der Eingangshalle (ein Androne mit einem für ein venezianisches Haus ungewöhnlichen Grundriss) steht man zunächst im "Panteon Veneto" und darf nicht die kubanischen Ausstellungsteile im Archivbereich rechts der Monumentaltreppe übersehen. Hier ist es eng und niedrig, hier sieht man Fotos von René Pena und Filme (eine Performance bei Ausstellungseröffnung) von Carlos Martiel, die enorm witzigen Holzcomputer von Abel Barroso, die geheimnisvoll im Dunkeln präsentierten gläsernen Waffen von Reynier Leyva Novo und weiter Werke von Ivan Capote, Roberto DiagoRoberto Fabelo und Jose Manuel Fors   


Roberto Diago, Kuba, Palazzo Loredan

Im Obergeschoss, flankiert von den wunderschönen alten Bücherregalen, der Massenaufmarsch von Madonnen aller Art von Meira Marrero und und Jose Angel Toirac, Arbeiten von Aimée GarciaMabel PobletEsterio SeguraJose Yaque und Wilfredo Prieto, alles toll und vielleicht revolutionsmäßig fidel angepasst, aber frischer, lebendiger und überraschender als manches, was bei "Viva Arte Viva" präsentiert wird. Es gefiel mir enorm. 
Ein junger Aufpasser steht auf dem Winzbalkon zum Rio S. Vidal und raucht, winkt und wedelt, wirft die dann Kippe in den Kanal und kommt rein: "Sie haben doch sicher Fragen?" Es schließen sich dem Gespräch noch ein paar Besucher*innen an und es entsteht eine lebhafte Diskussionsrunde. Gefällt mir.

Achtung: der Palazzo Loredan hat etwas unangepasste Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-17 Uhr, So geschlossen!

Ergänzung 18 Stunden später: ein Artikel zu kubanischer Kunst aus "Hyperallergic", soeben veröffentlicht, passt zu meinem Loblied auf die kubanische Kreativität.


Jose Yaque, Kuba, Palazzo Loredan

Zurück zur Accademiabrücke (und vorbei an den Nervensägen, die "Unterschriften gegen Drogen" sammeln - eigentlich sammeln sie dumme Tourist*innen). 
Dort versteckt sich rechts an der Ecke, über eine der kleinen Brücken am Rio S. Vidal in einem kleinen Häuschen mit Garten zum Canal Grande der diesjährige Pavilion of Humanity mit dem Projekt "Objection" von Michal Cole und Ekin Ornat. Zwei unangepasste Frauen aus der Türkei und Israel, die ihren Widerspruch als Künstlerinnen ausdrücken gegen die klaustrophische und uniformierte Männerwelt und die blasse Schlafzimmerwelt der Frauen. Sehenswert und doch gruselig in diesen winzigen Zimmerchen, die wie ein deutsches Einfamilienhaus der Nachkriegsjahre wirken -  aber immer schön mit Blick und Ohr auf die Menschenmassen, die sich die Accademiebrücke rauf- und runterschieben sowie den lieblichen, aber dem Publikum verbotenen, Garten am Canal Grande. Ach. Die Realität.


Objection, Machal Cole

Das kleine Häuschen wird im Informationsmaterial "Casetta Rosa" genannt, und das mag dazu verleiten, es für das rote Haus D'Annunzios zu halten, aber das ist ein bisschen weiter rauf den Canal Grande, gegenüber der Sammlung Guggenheim. Das kleine Haus gehört zum Palazzo Civran Badoer Barozzi, der auch an diesen Garten grenzt. Da hinein ist die Signora gezogen, die bisher diese kleine Welt bewohnte, und ihr Sohn wird das Häuschen übernehmen, wenn die Biennale vorbei ist. Habe ich mir von der freundlichen Aufpasserin erzählen lassen. 
Manchmal passt alles zusammen, die Kunst und das Leben, und die Widersprüche muss man sich dazu denken. 

Objection, Ekin Ornat


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1. Juli 2017

Der Protest in Venedig geht weiter

Quelle: Gruppo 25 aprile

Für morgen, Sonntag 2. Juli mobilisieren 41 venezianische Bürgerinitiativen, federführend Gruppo 24 aprile + 3 Einzelpersonen zu einer Kundgebung und einem Protestmarsch gegen den Ausverkauf der Stadt und die Verdrängung der einheimischen Bürger*innen. Titel der Veranstaltung ist "Mi No Vado Via" - Ich geh hier nicht weg. Mehr als 1000 Teilnehmer*innen werden erwartet. 

Wer das wenig findet, sollte bedenken, dass die Zahl der Einwohner*innen mittlerweile dramatischerweise unter 50.000 gesunken ist. Man kann diese 1000 Venezianer*innen auch als die hartnäckigsten, widerstandsfähigsten Exemplare einer untergehenden Spezies sehen und ihren Kampf um den Erhalt ihres Lebensraum muss man bewundern. Ich hoffe, dass diese Tapferen morgen entsprechend vom touristischen Publikum mit Applaus und Anfeuerungen ermutigt und bestätigt werden. 

Wer nicht dabei sein kann, kann über den Hashtag #MiNoVadoVia auf Twitter die Sache verfolgen und anspornende Tweets beisteuern.  

Die Kundgebung findet von 10:30 bis 11:30 Uhr auf dem Campo dell'Arsenale und der Fondamenta dell'Arsenale statt, danach zieht der Protestmarsch Richtung Dogenpalast. Es wird auch entlang der Riva Auftritte geben, allerdings ohne Bühne; der Zug wird sich dann gegen 13 Uhr am Denkmal für Vittorio Emanuele II auflösen.

Siehe dazu auch Venezia Today, Gazzettino und besonders "Campaign for al Living Venice" mit der Möglichkeit, eine Petition zu unterschreiben.


Der nächste Schritt ist eine weitere große internationale Protestveranstaltung am 24. Sepember unter Federführung von "NoGrandiNavi".
Alle Einträge zu "NoGrandiNavi".



Ergänzung 2.7.:

Veneziablog: Venetians Taking to the Streets to Declare "Voglio Vivere a Venezia"






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23. Juni 2017

Gegen große Schiffe



Das Ergebniss war zu erwarten. 18.105 abgegebene Stimmen, davon 98,72 % Zustimmung.

Die Venezianer*innen haben ein Referendum organisiert und am 18.6. über folgende Frage abgestimmt: 

"Willst du, dass die Kreuzfahrtschiffe aus der Lagune bleiben müssen und dass innerhalb der Lagune keine weiteren Fahrrinnen mehr ausgehoben werden?"

Stimmberechtigt waren unabhängig von Alter, Herkunft und Wohnort alle, die sich am letzten Sonntag an einem der Wahlpavillons einfanden. (Siehe Fotos in den Artikeln italienischer Medien unten.)

Global Project: 18:000 SI contro le grandi navi. Noi siamo Venezia!
Republicca: Venezia, referendum contro le grandi navi: oltre 20mila al voto
La Nuova: "Via le navi dalla laguna". In 18 mila a Venezia anno detto "sì"

Das war ein beeindruckendes Beispiel von bürgerlicher Initiative und überaus professionell organisiert und abgewickelt (soweit das Außenstehende beurteilen können und dürfen.) Aber selbstverständlich keine OFFIZIELLE Volksabstimmung, sondern eine der vielen kreativen und mutigen Aktionen der venezianischen Bürgerinitiativen der letzten Jahre (meine wenigen Einträge der letzten 5 Jahre zum Thema), die gegen die akute Bedrohung der alten Bausubstanz, der Bürgergesundheit und der Lagunenökologie kämpfen. 
Und damit nicht allein sind - von UNESCO, hochrangigen Stiftungen, Umweltorganisationen bis hin zur Kunstprominenz teilt eigentlich jeder Mensch, der bei Sinnen ist, dieses Anliegen.

Nicht natürlich Bürgermeister Brugnaro, der sich wie immer darauf beruft, dass die "Metropole" Venedig 260.000 Einwohner hat (er weiss ja, die 50.000 Bürger*innen der eigentlichen Stadt Venedig hätten ihn niemals auf den Bürgermeistermeisterstuhl gesetzt, den verdankt er den Stimmen vom Festland) und deshalb die Stimmen aus der Lagune gering schätzt. Und immer penetranter nennt er in seinen Verlautbarungen Mestre, Marghera und Kleinstädte auf dem Festland "Venedig". (Siehe Stuttgarter Zeitung 24.8.15)
Rein wahlmathematisch haben die eigentlichen Venezianer*innen, also die Bewohner*innen des Centro Storico und der Laguneninseln, keine Chance. 


Immerhin wurde auf der Website der Stadt Venedig eine Stellungnahme des Ministeriums für Kultur und Tourismus (Ilaria Borletti Buitoni) veröffentlicht, das wohl sein Geschwätz mildern soll:

"Das Resultat der Volksabstimmung, ohne beratende und keineswegs rechtsverbindliche Funktion, spricht deutlich und unerwartet umfassend gegen die Passage von Kreuzfahrtschiffen nicht nur durch das Becken von San Marco, sondern die ganze Lagune. 18.000 Venezianer, die so abstimmten, sind ein ganz erheblicher Teil der ohnehin schon reduzierten Bevölkerung, die in Venedig lebt und täglich unter den Auswirkungen eines unkontrollierten Tourismus leidet. Ein Ergebnis, das Politik und Verwaltung der Stadt bei anstehenden Entscheidungen nicht außen vor lassen kann. Die Lösungen - Grabung neuer Fahrrinnen, neue Gebäude, komplexe Umweltevaluationen - werden seit Jahren diskutiert. In der Zwischenzeit passieren die  Kreuzfahrtschiffe weiterhin das Becken von San Marco und gefährden den Status Venedigs als UNESCO-Stätte.Die Regierung quer duch alle zuständigen Ministerien und die Stadtverwaltung streiten weiter, obwohl das Problem keinen Aufschub duldet: eine Stadt, die jährlich von fast 30 Millionen Touristen besucht wird, kann es sich leisten, nachhaltige Tourismussegmente zu fördern und andere zu verbieten, die nichts zu schaffen haben mit der Pflege des venezianischen Kultur-, Kunst- und Identitätserbes. Ein durchdachtes Tourismuskonzept, das die ganze obere Adria einbezieht und die Besucherströme regelt, könnte Venedig aufatmen lassen -  nicht neue Hotels auf dem Festland oder Aufschiebung einer Lösung für die Kreuzfahrtschiffe im Interesse der großen Kreuzfahrtunternehmen, die die Zukunft Venedigs gefährden bzw. die Rettung dessen, was von Venedig noch übrig ist." 

Das ist weichgespülter Schmus, der wenig bis nichts bewirkt und kaum beratende und keineswegs rechtsverbindliche Funktion hat. Aber trotzdem möchte man hoffen und wünschen, dass es die initiativen Bürger*innen Venedigs ein bisschen ermutigt, nicht aufzugeben. 



In den deutschsprachigen Medien war aktuell dazu wenig zu finden. Österreich berichtet und die Schweiz bietet Optimismus als Unterstützung, während deutsche Medien unbeteiligt bleiben:

Nachrichten: Referendum gegen Kreuzfahrtschiffe in Venedig
Wiener Zeitung: Kreuzfahrtschiffe versenken
Kleine Zeitung: Hoher Zulauf bei Referendum gegen Kreuzfahrtschiffe in Venedig
Neue Zürcher Zeitung: "Wenn die Politik nicht reagiert, wird Venedig sterben"

Beiträge gab es auch auf englischen Websites: 

Travel Weekly: Unofficial Venice referendum finds opposition to large cruise ships
The Times: Residents vote to ban towering cruise ships from Venice
The Daily Telegraph: Venetians vote for prohibition of colossal cruise ships
The Telegraph: Venetians vote to ban giant cruise ships from their lagoon

Noch vor der Befragung am 18.6. hatte The Guardian wieder einmal auf das Problem hingewiesen mit einem Artikel zum venezianischen Status Weltkulturerbe: Venice world heritage status under threat
Wir kennen das schon, auch anderswo fehlte oder fehlt Stadtverantwortlichen die Klugheit, rechtzeitig die richtigen Entscheidungen zu treffen, siehe Dresden, siehe neuerdings Wien.

Die NoGrandiNavi-Bewegung hat eine gute und kreative Aktion durchgeführt und die gebührende Resonanz erzielt. Aber nach all den Jahren, während derer dieser Kampf um Macht und Gewinn auf Kosten der Bewohner*innen, der Umwelt und des Welterbes vor den Augen der Welt schon andauert, sinkt mein Optimismus und meine Hoffnung für die schönste Stadt. Leider.




Nachtrag 4.7.:
Ein interessanter Artikel: Debate over large ships rages on, as new plan emerges


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16. Juni 2017

Monteverdi 450





Vom 16.-20.6.2017 feiert das Teatro La Fenice 450 Jahre Claudio Monteverdi, der seit 1613 Maestro in der Basilica di San Marco war, in Venedig viele Werke schrieb und aufführte und in der Apsiskapelle ganz links in der Frarikirche ruht. 
Beginnend heute Abend und in den nächsten Tagen werden seine drei Opern - Orfeo, Ulisse und Poppea - in Venedig wieder aufgeführt vom Monteverdi Choir unter Leitung von Sir John Eliot Gardener und sind seit Monaten ausverkauft. 

In einem Workshop hat sich der Chor in den Gebäuden der Fondazione Cini auf S. Giorgio Maggiore im letzten Herbst auf die Monteverdi-Europa-Geburtstagstour vorbereitet und dazu einige kurze, interessante Videos ins www gestellt. 






Man wäre gerne dabei aber verkneift sich den Neid. (Als kleinen Trost kann man auf diesem Blog eine Aufführung des Orfeo anklicken, aufgenommen eben in Santa Maria Gloriosa dei Frari, vor dem Grab des Meisters.)

Das englischsprachige Feuilleton hat frühzeitig auf Monteverdi 450 eingestimmt:


Aber auch das deutschsprachige Feuilleton ist dabei: 


Mehr zu den Aufführungen des Monteverdi Choir im Juli/August in Österreich bei den Salzburger Festspielen, am 22., 25. und 26.8. beim Lucerne Festival und im September beim Musikfest Berlin auf der Seite der Berliner Festspiele und auf der Seite der Berliner Philharmoniker.

Wer nicht nur in Venedig unterwegs ist, sondern auch in Cremona, der Geburtsstadt Monteverdis, hat große Programmauswahl bei den Feierlichkeiten. Auch Mantova feiert morgen mit einer Aufführung Monteverdi alla corte dei Gonzaga (was allerdings kein Monteverdi-Werk ist), Konzerten und Ausstellungen.


In Venedig wird es weitere Musikereignisse des Monteverdi-Jahres geben. Das Venetian Center for Baroque Musik bietet im Rahmen seines jährlichen Monteverdi Festivals (nicht nur Monteverdi) Konzerte in Palästen, die sicher nicht die perfekte Akustik, aber wunderbare Atmosphäre haben. Programme der Konzerte und Kartenkauf.

Mehr werde ich in den Kulturkalender des 2. Halbjahres und als Ergänzung dieses Eintrags eintragen.



Ergänzung 23.6.:

Alle drei Opernaufführungen der letzten Tage im Teatro La Fenice werden als Streaming on Demand auf Culturebox zur Verfügung gestellt. Jaaa...!

L'Orfeo ab heute, 23.5., Il ritorno d'Ulysse ab morgen, 24.6., L'incoronazio di Poppea ab übermorgen, 25.6.
Ich habe schon reingeschaut und -gehört, wunderbar! Gewissermaßen können wir doch noch dabeisein...

Claudio Monteverdi ca. 1630 (Bernardo Strozzi)


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13. Juni 2017

Venedig 2017 - Kulturtermine des 2. Halbjahrs

Ausstellung 'Man as Bird'
Palazzo Soranzo van Axel

In 2 Wochen ist das Jahr 2017 zur Hälfte vorbei. Hier ist der Kulturkalender der zweiten Jahreshälfte für alle, die mehr von Venedig wissen und erleben wollen als Markusplatz und Rialto (und für meinen eigenen Bedarf). Termine aus dem 1. Halbjahr habe ich mitgenommen, weitere Daten werden folgen im Lauf der nächsten Monate und trotzdem wird der Kalender natürlich nie vollständig sein. Den Blick zurück gibt es unter diesem Link: 

Venedig 2017 - Kulturtermine des 1. Halbjahrs

Für Hinweise und Details, die mir entgangen sind, bin ich wie immer dankbar. Alle Fotos wurden im Mai in Biennaleausstellungen aufgenommen.  


Pavillon Venezuela
                               

Ausstellungen und Museen


Nicht vergessen: Domenica al museo! Ganzjährig an jedem ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt in staatlichen Museen und archäologischen Stätten in Italien frei. In Venedig sind das die Ausstellungen der Biblioteca Marciana und diese Museen: 



Leider ist der folgende Text nicht mehr aktuell, die Scuola Grande della Misericordia ist wieder geschlossen. Ich bleibe dran und informiere über Änderungen und Ergänzungen an dieser Stelle. Freitag/Samstag/Sonntag ganzjährig Scuola Grande della Misericordia. Auch wenn keine Ausstellung im Gebäude stattfindet, ist  Frei-Sa-So von 10-18 Uhr für das Publikum geöffnet und in aller seiner Pracht zu besichtigen. Siehe auch Eintrag vom 14.7. Details zu temporären Ausstellungen folgen. Haltestellen Ca' d'Oro, Madonna dell'Orto und Fondamente Nove.

Scuola Grande di San Marco ist ab sofort an jedem 1. Sonntag im Monat geöffnet (und nicht mehr nur während der Woche Di-Sa). Da der 1. Sonntag im Monat staatlichen venezianischen Museen eintrittsfrei ist (siehe unten das Kleingedruckte), gehe ich davon aus, dass das auch hier zutrifft, auch wenn es nicht ausdrücklich in der Information steht. Herzlichste Empfehlung meinerseits. Der Führer (italienisch) online.

23.3.-23.7. Ca' d'Oro "Sernenissime Trame" 25 alte Teppiche aus den nahen Osten der Sammlung Zaleski neben Renaissancebildern aus der Sammlung Franchetti/Ca' d'Oro. Mehr dazu

6.4.-31.12  Insel San Servolo: "Il Mondo di Han Meilin". Nach der Han Meilin-Ausstellung der Universität Ca' Foscari im vergangenen kann man seine Werke nun das ganze Jahr auf San Servolo bewundern. Zusammen mit den Kunstwerken, die die Insel schmücken und einigen National- und Nebenausstellungen der Kunstbiennale. Und nicht zu vergessen, dem wunderbaren Park und den preiswerten Mahlzeiten in der Mensa  ;-). Haltestelle Linie 20, San Servolo. 

7.4.-27.11. DFS Fondaco dei Tedeschi: "Waterbones" Einzelausstellung Loris CecchiniFotos. 23.4. Mehr dazu. Eintritt frei.

Palazzo Grassi und Dogana zeigen seit 9.4. Werke  des britischen Künstlers Damien Hirst. Das Projekt "Treasures from the Wreck of the Unbelievable" ist umstritten und ich habe dazu einige Informationen/Meinungen gesammelt und im Kulturkalender des 1. Halbjahres eingetragen. Sie sind interessant, die Ausstellungen laufen bis Jahresende, deshalb übernehme ich die Links in den Kulturkalender des 2. Halbjahres:
23.2. Ein heutiger Text dazu aus dem Guardian.
10.3. Vorschau auf die Hirst-Ausstellungen
26.3. nochmal der Guardian
7.4. übermorgen Eröffnung für das Publikum - die Medien sind seit vorgestern in den "Depths of Bling"ArtnewspaperRealClearLifeGuardianTelegraphNY TimesArtLystArtNetNews
9.4.: MonopolZeit (eine Notiz ohne Informationswert und Verfasser), Deutsche Welle
10.4.: Deutsche WelleTagesanzeigerZitate aus dem englischsprachigen Feuilleton
11.4. Blouin ArtinfoArtlyst
15.4. Economist
16.4. nochmal Guardian
19.4. Artnet News mit Interessantem zum Thema Hirst und Kunstmarkt.
24.4. ArtnetNews (der 3. Artikel). 
25.4. Chicago Suntimes. Das deutschsprachige Feuilleton ist nicht weiter interessiert oder ist das Schweigen schon als Kritik zu verstehen oder vielleicht doch als Provinzialität? 
8.5.: pulse.ng - hat Damien Hirst Kunst aus Ife kopiert?
15.6. Tagesspiegel. (Das deutschsprachige Feuilleton lebt noch.)
6.7. Pambazuka News - eine afrikanische Stimme, nochmals zum Thema Plagiat
12.7. ArtNetNews zur venezianischen Verkaufsschau von Hirst

10.4.-30.7. Stanze del Vetro: Ettore Sottsass  - The Glass. In den Ausstellungsräumen auf S. Giorgio Maggiore. Eintritt frei.

12.4.-6.9. Casa Tre Oci: "Lost and Found" Einzelausstellung des amerikanischen Fotografen David LachapelleMehr dazu. Haltestelle Zitelle.

21.4.-24.7. Fondazione Cini, Palazzo CiniAfterglow.

6.5.-10.9. Peggy Guggenheim Collection: "Threading Light" Einzelausstellung Mark Tobey. Haltestelle Accademia und Salute.

8.5.-3.9. Gallerie dell'Accademia neben der Dauerausstellung venezianischer Kunst: Einzelausstellung Philip Guston. Mehr dazu


10.5.-8.7. Museo Palazzo Grimani: Ciutat de Vacances. (Siehe auch Eintrag: Palazzo Grimani - das Projekt für Appassionati). Haltestelle S. Zaccaria.

10.5.-10.9. Fondazione Bevilaqua La Masa, PalazzettoTito: Lucy McKenzie La Kermesse Héroique. Eintritt frei. Fondamenta Bragadin, Dorsoduro 2826. Haltestelle Zattere und Accademia.

10.5.-24.10. Fondazione Querini Stampalia: zwei Nebenausstellungen der 57. Biennale d'arte. Im Wassergeschoss (Bereich Scarpa) und im Piano nobile gibt es vom 10.5.-24.10. Einzelausstellungen von Giovanni Anselmo und Elisabetta di Maggio. Mehr dazu. Im Museumseintritt enthalten. Haltestelle S. Zaccaria.

10.5.-26.11. Fondation Louis Vuitton: Pierre Huyghe. Im Obergesoss (Aufzug im Nebeneingang) des LV-Geschäfts in der Calle Ridotto. Mehr dazu. Haltestelle Vallaresso.

11.5.-1.10. Palazzo Mocenigo "Transformations- six Artists from Sweden". Ausstellung zeitgenössischen Schmuckdesigns des schwedischen Nationalmuseums, das wegen Renovierung einen Teil seiner Schätze solange auf Reisen schickt. Haltestelle S. Stae.

11.5.-26.11. Fondation Wilmotte "Venezia, la scomparsa" Fotoausstellung von Frédéric Delangle. Der beeindruckende Ausstellungsraum der französischen Stiftung liegt im Komplex der ehemaligen Scuola della Misericordia. Haltestelle Ca' d'Oro, auch Madonna del'Orto.

12.5.-12.7. Fondazione Cini, S. Giorgio Maggiore: Alighiero Boetti - Minimum/Maximum. Mehr dazu. Eintritt frei. 

12.5.-27.8. Fondazione Cini, S. Giorgio Maggiore: Ausstellung der Faurschou Foundation: "Us Silkscreeners..." Robert Rauschenberg und Andy Warhol; Paul MacCarthy, Christian Lemmerz: Virtual Reality Art. Eintritt frei. 

12.5.-26.11. Kloster S. Giorgio Maggiore Michelangelo Pistoletto - One and One Makes Three. Mehr dazu. Die Ausstellung bezieht auch Räume im inneren Klosterbereich ein, z. B. den im letzten Jahr aufwändig restaurierte ehemalige Kapitelsaal. Von dort geht der Blick ins den alten Zypressenkreuzgang. Wenn man die Kirche auf dem Ausstellungspfad verlässt, sowohl direkt nach links als auch rechts-links-links gehen. Eintritt frei. 

12.5.-30.11. Stanze del Vetro: Pae White - Qwalala im offenen Bereich zwischen den Ausstellungsräumen und dem Klosterkomplex S. Giorgio Maggiore. Mehr dazu. Eintritt frei.

13.5.-13.8. Fondazione Cini, S. Giorgio Maggiore: Bryan Mc Cormack: Yesterday, Today, Tomorrow. Eine Nebenausstellung der 57. Biennale d'arte. Zugang zum Ausstellungsraum entlang des Labirinto Borges, das normalerweise immer verschlossen ist, auch bei den Wochenendführungen darf man es nur von einer Terrasse aus besichtigen. 

13.5.-25.8. V-A-C-Foundation Neueröffnung im Palazzo delle Zattere nach monatelanger Restaurierung. Erste Ausstellung: Space Force ConstructionMehr dazu. Eintritt frei. Haltestelle Zattere und S. Basilio.

13.5.-17.9. Glasmuseum Murano: Gaetano Pesce Fünf Techniken des Glasmachens. Haltestelle Murano Museo.

13.5.-30.9. Glasmuseum MuranoDino Martens. Glasmacher und Designer. Haltestelle Murano Museo.

13.5.-24.11. Dogenpalast: Gente di Palermo! Ausstellung in den Gefängnissen:  Uraufführung einer Videoinstallation von Douglas Gordon, gedreht in der Kapuzinergruft von Palermo. Ob im Eintritt des Dogenpalasts enthalten oder separat zu zahlen weiss ich leider bisher nicht. 
9.9.-7.1.2018 Treasures of the Mughals and Maharajas
Themenführungen im Dogenpalast
Ab 19.5. Sommeröffnungszeit! Freitags und samstags bis 23:00 Uhr, letzter Einlass um 22:00 Uhr. 

13.5.-26.11. 57. Kunstbiennale. Siehe bisherige Einträge:
13.1. Erster Blick zur Biennale 2017 - Giardini 
15.1. Erster Blick zur Biennale 2017 - Arsenale 
24.2. Biennale 2017 - Nationalpavillons in der Stadt 
10.3. Biennale 2017 - Nebenausstellungen in der Stadt 
14.4. Tipps für Biennale-Debütant*innen 
8.5. Medienmeinungen zur Kunstbiennale 
14.5. Zwei benachbarte Palazzi... 
19.5. 2 x hyperrealistische Skulpturen 
2.6. Ganzkörperfoto auf Goldgrund? 
4.6. Alexander Kluge wieder in Venedig 
11.7. Eine Runde um den Campo S. Stefano...

13.5.-26.11. Fondazione Prada, Ca' Corner della Regina: The Boat is Leaking. The Captain Lied. Präsentation der deutschen Künstler*in Alexander KlugeThomas Demand und Anna Viebrock auf allen 3 Etagen des Hauses. Der Eintritt ist kostenpflichtig aber bei mindestens 1wöchiger Voranmeldung an Dienstagen für Kleingruppen kostenlos, ebenso Führungen an Freitagen. Details dazu bitte hier nachlesen, sowie meinen Eintrag vom 4.6.: Alexander Kluge wieder in Venedig. Haltestelle S. Stae. 

13.5.-26.11. Palazzo Grimani: Beverly Barkat - Evokative Surfaces. Eine Nebenausstellung der 57, Biennale d'arte. Mehr dazu. Haltestelle S. Zaccaria.

13.5.-26.11. Palazzo Fortuny: Intuition. Haltestelle S. Angelo und Rialto.

23.5.-12.11. Biblioteca MarcianaGianmaria Buccellati. Meisterwerke der Goldschmiedekunst. Ausstellung in den Monumentalsäälen der Bibliothek, zu besuchen mit dem Rundgang des Museo Correr. 

Juni-November Xframestudio, Giudecca: Venice for Sale. Ausstellung eines Venedigprojekts des Fotografen (und studierten Tourismusökonoms) Federico Sutera.  (Siehe auch 8.-10.9. Festival delle Arti Giudecca.) Haltestelle Palanca.

7.6. Accademia: länger dauernde Restaurierungsarbeiten der 1. Etage starten. Weitere Informationen sind versprochen.
Derzeitige Einzelausstellungen:
10.5.-3.9. Philip Guston and the Poets
Siehe dazu auch NYTimesBroadwayworld und ArtNet jeweils vom 31.1.17. Erste Ausstellung eines amerikanischen Künstlers in der heiligen Accademia Venedigs. Mehr zum Thema der Ausstellung, mehr zu Philip Guston.
12.5.-17.9. Saal V restaurierte Werke von Paolo Veronese.  

15.6.-14.7. Manica Lunga der Bibliotheken der Fondazione Cini: "Lucianas Portraits" von Franco Gentilini. Mo-Fr 9-18 Uhr. Gelegenheit, diese wunderbare Bibliothek zu besichtigen! An der Rezeption der Fondazione Cini (schmiedeeisernes Portal) klingeln. Eintritt frei.

15.6.-15.9. Kreuzgang Madonna dell'Orto: Il polso dell'acqua. Einzelausstellung Tom ParishDer Kreuzgang rechts der Kirche ist Privatbesitz und nur anlässlich von Ausstellungen allgemein zugänglich. Man sollte jede Gelegenheit nutzen, diese wunderbaren stillen Platz in Venedig in Ruhe zu genießen. Tägl. 10-18 Uhr, Eintritt frei. Haltestelle Madonna dell'Orto

17.6.-6.8. Centro Culturale Don Orione Einzelausstellung Irene Zundel: Oltre il velo dell'apparenza. Eintritt frei. Haltestelle Zattere.

24.6.-22.10 Ca' PesaroDavid Hockney.82 Portraits und 1 Stillleben. Haltestelle S. Stae.

1.-30.7. Ca'RezzonicoEbenbild/Abbild. Ausstellung in Kooperation mit dem Deutschen Studienzentrum Venedig. 4 junge deutsche Künstler*innen.

7.7.-29.9. Palazzo Zenobio: "Le mani della tradizione" Einzelausstellung des Fotografen Thomas Quintavalle. Im Palazzo Zenobio, im Garten und in den Nebengebäuden gibt es neben dem Pavillon Armeniens einige sehr unterschiedliche Ausstellungen. Nicht verpassen, bei schönem Wetter auch, um den Garten zu genießen. 

13.7.-5.11. Scuola Grande della Misericordia: "Magister Giotto" Multimediaausstellung zum Werk des Giotto di Bondone. Information auf der Website der Scuola Grande della Misericordia. Nachdem ich die Multimediashow Viva Vivaldi im Museo Patriacale mit Schaudern absolviert habe, werde ich ein weiteres Multimediaevent nicht unbedacht besuchen. Zumal auch hier der Preis deutlich ist: 18 € für eine 45minütige Vorführung. Das Format nennt sich 'Magister' und wurde neben der Giotto-Produktion auch für Raphael und Canova entwickelt. Wenn ich das Geschwurbel dieses Marketingtextes und den Funktions- und Titelprotz des 'Committee' lese,  heult meine innere Alarmsirene... die Möglichkeit der Wahrnehmung des interessanten Gebäudes dahingestellt. 24.7.: Endlich einen detaillierten Bericht gefunden auf dem Blog von Cat Bauer.

26.7.-6.8. Teatro La Fenice: Fenix DNA ein Spektakel, eine Performance des veneziniaschen Künstlers Fabrizio Plessi. Ich habe keine Informationen über Eintrittskosten. Haltestellen Giglio oder S. Angelo.

29.7.-8.10. Fondazione Bevilaqua La Masa, Piazza S. Marco: Alberto Biaso, Sara Campesan, Bruno Munari ed altri fili di Verifica 8+1. Nebenausstellung der 57. Biennale d'arte. Pressemitteilung dazu.

8.8.-16.9. Museo di Storia Naturale "Plastica(mente)" Vom Mensch zum Meer, vom Meer zum Mensch. Sonderausstellung zum Thema Abfall am Strand und im Meer, in der Eintrittskarte zum Museum enthalten. Haltestelle S. Stae und Riva de Biasio.

26.8.-7.1.2018  Peggy Guggenheim Collection: "Picasso in the Beach". In der Leitung des Hauses gibt es einen Wechsel: von Philipp Rylands zu Karole Vail. Haltestelle Accademia und Salute.

8.-10.9. Festival delle Arti Giudecca. Details folgen.

9.9.-7.1.2018 Dogenpalast Schätze aus der Al Thani Sammlung. Die Ausstellung war im Frühling im Pariser Grand Palais zu sehen.

10.-17.9. Glas Woche Venedig: es geht um die Promotion venezianischen Glases, also eigentlich eine qualifizierte Marketingveranstaltung. Obwohl das Programm noch nicht veröffentlicht wurde (28.6.) werden interessante Veranstaltungen versprochen: Ausstellungen, Konferenzen, Seminare, offene Tage in Glaswerkstätten. Spannend, Details folgen.

15.-29.9. Scoletta San Zaccaria "La joie de vivre!" Kurze Ausstellung 11 internationaler KünstlerInnen im Centro d'arte San Vidal am Campo S. Zaccaria. Eine Gastaustellung der Biennale Austria. Eintritt frei. Haltestelle S. Zaccaria.

29.9.-3.12. Glasmuseum Murano: Rosslynd Pigott. Garden Fracture/Mirror in Vapour. Mehr dazu bei Blouinartinfo. Haltestelle Murano Museo.

7.10.-7.1.2018 Glasmuseum Murano: Markku Piri. Haltestelle Murano Museo.

28.10.-7.1.2018  Peggy Guggenheim Collection: "Mystical Symbolism: The Salon de la Rose+Croix in Paris 1892-97".  Details folgen. In der Leitung des Hauses gibt es einen Wechsel: von Philipp Rylands zu Karole Vail.  Haltestelle Accademia und Salute.

15.12.-13.5.2018 Glasmuseum Murano: The World in a Glass Bead. Haltestelle Murano Museo.

Ausstellung Cuba
Palazzo Loredan

Musik

 
Palazzetto Bru Zane: das Programm der Saison 2016/2017 und Zeiten der Führungen im Haus (empfehlenswert!).

Teatro La Fenice  Programm der Saison 2016/2017 und Tickets. Haltestelle Giglio.

17.06. veröffentlicht: Teatro La Fenice Programm der Saison 2017/2018 ab November 2017: Oper - Konzerte - Tanz - Kammermusik - Neujahrskonzert

Musikàmera Venezia im Teatro La Fenice Oktober-Dezember 2017 und Programm Musik@giovani für das 4. Quartal 2017. Karten für beide Konzertreihen online über die Website der Fenice.

21.1.-16.12. jeweils 17 Uhr. Lo Squero, Konzerthalle der Fondazione Cini auf S. Giorgio Maggiore Jahresprogramm 2017. Siehe auch Eintrag vom 18.3.2016. Es empfiehlt sich, Tickets rechtzeitig online zu buchen, sprich sobald der Venedig-Reisetermin fest steht. Website Fondazione Cini. Haltestelle S. Giorgio Maggiore.

3.3.-7.1.2018 Kirche Santa Maria della Pietà: alle Konzerttermine des Jahres 2017. Die Kirche, in der Antonio Vivaldi als Orchester- und Chorleiter des Mädchenchores wirkte, ist dekonsekriert und wird als Odeon genutzt. Haltestelle S. Zaccaria.

Anglikanische Kirche S. Giorgio: die  Konzerttermine im Juli und August des Veranstalters 'Venice Music Project'. Haltestelle Accademia.

27.6.-29.7. Venezia Jazz Festival in Venedig und der Region. Weitere Details. Vorverkauf: Prevendite e prenotazioni: per Villa Pisani: Ticketone – Geticket; per Teatro La Fenice Ticketone e Teatro La fenice – call center 041.2424; per Teatro Goldoni: Ticketone – Biglietteria Teatro Goldoni; per i T Fondaco dei Tedeschi: fondaco.culture@dfs.com
Per tutti gli altri concerti: jazz@venetojazz.com  - mob. 3662700299
Info: 3662700299 – www.venetojazz.com.


1.7. 17:00 Uhr Fondazione Cini, S. Giorgio Maggiore: Trio Da Cali, Weltmusik aus Mali. In der Sala degli Arazzi (Saal der Wandteppiche - den vorderen Palladiokreuzgang durchqueren, Ausgang zum Park nehmen, das große Gebäude rechts). Eintritt frei. Haltestelle S. Giorgio Maggiore Linie 2.

7.-14.7. Summer School der Accademia Vivaldi in der Fondazione Cini auf S. Giorgio Maggiore. Ausgewählte Teilnehmer*innen, öffentliche Konzerte! Jeweils Eintritt frei bis zur Vergabe aller Plätze.
7.-11.7. jeweils 16:45 Uhr auf S. Giorgio Maggiore in den Räumen der Fondazione Cini

12.7. 12:00 Uhr Biblioteca Marciana, Eingang Piazetta: Vivaldi, Kammermusik Repertoire
13.7. 20:30 Uhr Kirche der Pietà, Riva degli Schiavoni, Vivaldi, Repertoire geistlicher Musik
14.7. 20:30 Uhr Scuola Grande di San Rocco. "Il Teuzzone".

7.7.-24.9. Internationales Orgelfestival Gaetano Callisto - Programm. Der Name der mittlerweile 7. Auflage des sommerlichen Festivals der Orgelkonzerte in verschiedenen venezianischen Kirchen ehrt den venezianischen Orgelbauer Gaetano Callido, dessen Instrumente sogar auf Pellestrina zu hören sind. Die abendlichen Kirchenkonzerte sind sehr zu empfehlen, der Eintritt ist frei.

9.7. 21:00 Uhr S. Pietro di Castello: Gastkonzert des Chores der Sedbergh School mit einem Programm geistlicher Musik. Die sommerlichen Konzerte durchreisender Universitäts- und Schulchöre sind in der Regel wunderbare Musikerlebnisse: engagierte, anspruchsvolle Laienchöre, befeuert durch die Ehre, in einer venezianischen Kirche auftreten zu dürfen. Solche Gelegenheiten sollte man nie verpassen. Eintritt frei. Haltestelle S. Pietro di Castello (keinesfalls: Bacini!)

10.7. 20:30 Uhr S. Maria dei Miracoli Gastkonzert Cheltenham's Ladies College and Orchestra. Eine Mädchen Boarding School auf Reise, siehe Hinweis oben, Gelegenheit eines schönen kostenlosen Konzertabends nutzen! Haltestelle Fondamente Nove und Rialto. 

12.7. 16:00 Uhr S. Maria dei Miracoli: ein weiteres Gastkonzert, diesmal St. Mary's College Crosby. Eintritt frei.

14.7. 21:00 Uhr S. Stae: zweiter Auftritt von Chor und Orchester des Cheltenham's Ladies College, siehe 10.7., Eintritt frei. Haltestelle S. Stae. 

15.7. 20:30 Uhr Redentore: Konzert zum Fest des Redentore. Monteverdi, Vivaldi, Scarlatti. Eintritt frei. Haltestelle Redentore (Linien 2, 4.1., 4.2.)

18.7. 20:00 Uhr Jazz im Teatro La FenicePasquale Mirra meets Hamid Drake.

19.7. 20:00 Uhr Jazz im Teatro La FeniceSoloabend Yann Tiersen.


22.7. Punta della DoganaVenice Jazz Festival: Helga Plankensteiner-Revensch. Haltestelle S. Samuele.

29.7. 17:00 Uhr Palazzo Grimani Konzert Ensemble Lucidarium. Im Museumseintrittspreis enthalten. Wer (wie ich) nicht dabei sein kann, kann auf YouTube einen Auftritt des Ensembles ansehen. Haltestelle S. Zaccaria oder Ospedale.

5.-9.10. Archivio Luigi Nono und weitere Veranstaltungsorte auf der Giudecca: Festival Luigi Nono alla Giudecca. Musik, Tanz, Film, Ausstellungen, Lesungen. Programm. Keine Hinweise zu Eintrittskarten, also möglicherweise freier Eintritt. 



Aussstellung Azerbaijan
Palazzo Lezze


Theater, Film, Tanz


Teatro Goldoni:  Theatersaison 2016/2017 und Monatsprogramme

Teatro a l'Avogaria und Schauspielschule Giovanni Poli haben ein interessantes Programm, das aber leider eher kurzfristig auf der Website aktualisiert wird. Herbstprogramm 2017 ist noch nicht veröffentlicht. Haltestelle S. Basilio.

Teatro Ca' Foscari Programm 2016/217.  Herbstprgramm 2017 ist noch nicht veröffentlich. Karten jeweils am Tag der Aufführung 17:00-20:00 Uhr an der Kasse des Theaters in S. Marta, telefonische Kartenreservierung wird empfohlen unter biglietteria.teatrocafoscari@unive.it. 

Tango in venezianischen Sommernächten. Orte, Termine 2017.


1.-12.7. Venice Open Stage das jährliche Festival internationaler Universitätstheater. Programm. Open air auf dem Campo San Sebastiano in der ersten Julihälfte. Eine wunderbare Erfahrung in warmen venezianischen Sommernächten. Haltesstelle S. Basilio, aber auch zu Fuss ab Piazzale Roma.

25.7.-12.8. La Biennale: 45. Internationales Theaterfestival Venedig
11.4.: Theater Konstanz präsentiert sich auf der Theaterbiennale.
Weitere Details folgen.

30.8.-9.9. La Biennale: 74. Internationales Filmfestival Venedig. Programm. Karten.
Variety 29.3. zum neuen Themenbereich Virtual Reality.

Schon am 28.8. gibt es ein Pre-preview des Films "Dunkirk" im Arsenale. So wien es auf diesem Foto aussieht, wird ein Open-air-Kinsosaal aufgebaut neben dem alten U-Boot, das im militärischen Bereich aufgebockt ist. Näheres weiss ich noch nicht. Eingang durch die Tesa 105, Haltestelle Bacini, Linien 4.1.-2. und 5.1.-2.  Details (Uhrzeit, Tickets... folgen.)

Padiglione Italia


Führungen

Zunächst das Angebot regelmäßiger ganzjähriger Führungen:
Scuola Grande S. Giovanni Evangelista:  Führungen durch die Scuola, Termine bis einschl. August 2017. Dauer 1,5, Stunden, in italienischer Sprache, Eintritt + Führung 11 €. Anmeldung unverzichtbar. Haltestelle S. Tomà.
ACHTUNG! 23.6.; 21.7.; 25.8. jeweils 20:30 Uhr: Abendliche Sonderführungen (Scuola, Kirche und ehemaliger Friedhof S. Giovanni Evangelista. Voranmeldung wird mit Angabe von Namen, Telefonnummer und Anzahl der angemeldeten Teilnehmer*innen empfohlen unter info@scuolasangiovanni.it; Info: tel. +39 041 718158 / +39 041 718234.

Bis 31.10. saisonale Führungen im Lazzaretto Vecchio und im Lazzaretto Nuovo. Kostenlos in der Erwartung einer Spende. Die Lazzaretti können NUR im Rahmen einer Führung besucht werden. Details für die Führungen an jedem Samstag auf Lazaretto Nuovo.  
Archäologische Sommercamps für junge Menschen Gedenksteine 18.-23.7. und Maltechniken 10.-15.8.

 
Pavillon Philippinnen




Workshops, Vorträge


 




Werbung für Ausstellung "Us Silkscreeners..."


Traditionelles und Feste


25.6.-2.7. Festa di San Pietro di Castello (S. Piero  di Casteo). Das Angebot dieses Festes ist wirklich beachtenswert, von venezianischen Volksschlemmereien und diversen abendlichen Schwoofereien ganz abgesehen: z. B. Kirchencormusikwettbewerb mit 3 ausländischen Chören am Freitag, 30.6. 13:00 Uhr über die üblichen Ruderwettkämpfe bis hin zur Bootsprozession am Sonntag, 2.7. ab S. Giuseppe 9:45 Uhr nach S. Pietro, wo er um 10:15 von den Mitgliedern des venezianischen Ritterorden Cavalieri di San Marco (in Kreuzritterumhängen) und dem Patriarchen in Empfang genommen wird. Ein Anblick, der nicht täglich zu sehen ist. 

1.-7.7. Festa Malamocco - Madonna di Marina. Programm. Siehe auch Eintrag "Ausflug nach Malamocco".

6.-9.7. Festa Pellestrina - Sagra di San Antonio. Siehe auch Eintrag "Pellestrina - Ein Sonntag zwischen Lagune und Meer".

15/16.7. Redentorefest. Nochmal das Programm. Das größte Volksfest Venedigs, mit dem an das Ende der Pestepidemie der Jahre 1575-1577 erinnert wird. 
Programm und offizielle Sicherheitshinweise der Stadt Venedig. Ich hoffe, dass zumindest die Sicherheitshinweise während des Festes als Handzettel in einigen anderen Sprachen verteilt werden (und wundere mich immer wieder über die Hartnäckigkeit, mit der die Stadtverwaltung die Sprachen der Millionen Besucher*innen nicht zur Kenntnis nimmt... 
Information der Polizei, dass ab 18:00 Uhr am Tag des Redentorefestes keine Gläser und Flaschen im gesamten Centro Storico mitgeführt werden dürfen. Also ein eher alkoholfreies Feuerwerk.
Termine der Gottesdienste am 16.7. im Redentore und der daran anschließenden kostenlosen Führungen in italienischer und englischer Sprache in den Gärten und Anlagen des Klosters der Kapuziner, die die Kirche des Redentore betreuen. Trefflunkt in der kurzen engen Gasse direkt links neben der Kirche. Sehr empfehlenswert!

13.-21.7. Festa di San Giacomo all'orio. Ein sehr populäres Fest mit viel Programm und Gastronomie auf dem wunderschönen Campo S. Giacomo all'orio. Am Di 18.7. spielt Furio mit Freunden (nicht mit SKA-J), siehe auch Eintrag "Crowdfunding für Furio". Haltestelle Ferrovia, San Stae.  

14.-23.7. Sagra del Pesce in Chioggia. Programm. Stadtplan. Ab Lido mit Bus Linie 11, umsteigen in Pellestrina aufs Vaporetto, Endhaltestelle Chioggia. 

Letztes Juliwochenende: Festa di Santa Marta. Von der Nachbarschaft in S. Marta wieder ins Leben gerufenes, populäres Stadtteilfest. Denn das Kirchengebäude selbst existiert nur noch als Hülle mit interesanter Technikausstattungen für Tagungsveranstaltungen. Details folgen. 

16.8. Festa di San Rocco in der Kirche und Scuola di San Rocco. Details folgen.

16.8. Fest der Assunta auf Torcello. In der Regel besteht die Feier aus einem Gottesdienst und einem Konzert. Termingerechte Vaporetto-Sonderfahrt vor und nach dem. Konzert. Details folgen.

19./20.8. Burano - Festa in Piazza 2017. Führungen auf Burano und den Nachbarinseln, Konzerte, Vorträge, Parties... für eine Reihe der tollen Angebote sind Anmeldungen/Reservierungen erforderlich. Teilweise sind die Veranstaltungen gering kostenpflichtig. Details dazu im Programm.


Pavillon Volksrepublik China

Sport


Mai-September Rudersaison: alle öffentlichen Termine. (Versteht sich, dass es noch weitere Regatten der Rudervereine etc. gibt, die man nur kurzfristig an Ort und Stelle erfahren kann.)

Tango in venezianischen SommernächtenOrte, Termine 2017.

25.6. ab 17:30 Uhr Ruderregatten zum Fest SS. Giovanni e Paolo. Start auf Murano, Ziel Brücke dei Mendikanti (an den Fondamente nove, beim Ospedale)

22.10. Venice Marathon.



Ausstellung Mongolia


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